Der Vugelbärbaam

Dichter: Max Schreyer

Komponist: Andre Asriel

Der Vugelbärbaam


1. Kan schinnern Baam gibt’s als den Vugelbärbaam, Vugelbärbaam, ja Vugelbärbaam;

es wärd a su leicht net an schinnern Baam gam, schinnenern Baam gam, ei-jo ei-jo!

Ei-jo, ei-jo, an Vogelbärbaam, an Vugelbärbaam, an Vugelbärbaam,

ei-jo, ei-jo, an Vugelbärbaam, an Vugelbärbaam, ei-jo, ei-jo!

2. Beim Kannr sein Haus stieht a Vugelbärbaam,

do sitzt unserm Kannr sei Weibsen drnam.

Ei-jo, ei-jo, an Vogelbärbaam, an Vugelbärbaam, an Vugelbärbaam,

ei-jo, ei-jo, an Vugelbärbaam, an Vugelbärbaam, ei-jo, ei-jo!

3. No laßt se nur sitze, se schläft ja drbei,

und hot se’s verschlofn, so holn mer se nei.

Ei-jo, ei-jo, an Vogelbärbaam, an Vugelbärbaam, an Vugelbärbaam,

ei-jo, ei-jo, an Vugelbärbaam, an Vugelbärbaam, ei-jo, ei-jo!

4. Und wenn i gestorm bin, i wersch net drlam,

do pflanzt uf mei Grab mer an Vugelbärbaam.

Ei-jo, ei-jo, an Vogelbärbaam, an Vugelbärbaam, an Vugelbärbaam,

ei-jo, ei-jo, an Vugelbärbaam, an Vugelbärbaam, ei-jo, ei-jo!

5. Denn kan schinnern Baam gibt’s wie an Vugelbärbaam,

es wärd a su leicht net an schinnern Baam gam.

Ei-jo, ei-jo, an Vogelbärbaam, an Vugelbärbaam, an Vugelbärbaam,

ei-jo, ei-jo, an Vugelbärbaam, an Vugelbärbaam, ei-jo, ei-jo!

Trinklied

Dichter: Wilhelm August Wohlbrück

Komponist: Heinrich Marschner

Trinklied


1. Im Herbst, da muß man trinken, im Herbst da muß man trinken,

das ist die rechte Zeit, da reift uns ja Traube Blut, und dabei schmeckt der Wein so gut;

im Herbst, da muß man trinken, trinken, trinken, ja im Herbst, da muß man trinken.

2. Im Winter, da muß man trinken, im Winter da muß man trinken,

im Winter ist es kalt, da wärmet uns der Traube Blut, und dabei schmeckt der Wein so gut;

im Winter, da muß man trinken, trinken, trinken, ja im Winter, da muß man trinken.

3. Im Sommer, da muß man trinken, im Sommer da muß man trinken,

im Sommer ist es heiß, da kühlet uns Traube Blut, und dabei schmeckt der Wein so gut;

im Sommer, da muß man trinken, trinken, trinken, ja im Sommer, da muß man trinken.

4. Im Frühling, da muß man trinken, im Frühling da muß man trinken,

da ist’s nicht heiß noch kalt, da labt uns erst der Traube Blut, da schmeckt der Wein erst doppelt gut;

im Frühling, da muß man trinken, trinken, trinken, ja im Frühling, da muß man trinken.

In der Ferne

Dichter: Albert Graf Schlippenbach

Komponist: Friedrich Silcher

In der Ferne


1. Nun leb’ wohl, du kleine Gasse, nun ade, du stilles Dach!

Vater, Mutter sahn mir traurig, und die Liebste sah mir nach,

und die Liebste sah mir nach.

2. Hier in weiter, weiter Ferne, wie’s mich nach der Heimat zieht!

Lustig singen die Gesellen, doch es ist ein falsches Lied,

doch es ist ein falsches Lied.

3. Andre Städtchen kommen freilich, andre Mädchen zu Gesicht!

Ach, wohl sind es andre Mädchen, doch die Eine ist es nicht,

doch die Eine ist es nicht.

4. Andre Städtchen, andre Mädchen, ich da mitten drin so stumm!

Andre Mädchen, andre Städtchen, o wie gerne kehrt’ ich um,

o wie gerne kehrt’ ich um!

Einkehr

Dichter: Wilhelm Müller

Komponist: Karl Friedrich Zöllner

Einkehr


1. Im Krug zum grünen Kranze, da kehrt’ ich durstig ein,

da saß ein Wandrer drinnen am Tisch beim kühlen Wein,

da saß ein Wandrer drinnen am Tisch beim kühlen Wein.

2. Ein Glas war eingegossen, das wurde nimmer leer;

sein Haupt ruht auf dem Bündel, als wärs ihm viel zu schwer,

sein Haupt ruht auf dem Bündel, als wärs ihm viel zu schwer.

3. Ich tät mich zu ihm setzten, ch sah ihm ins Gesicht,

das schien mir gar befreundet, und dennoch kannt’ ich’s nicht,

das schien mit gra befreundet, und dennoch kannt’ ich’s nicht.

4. Da sah auch mir ins Auge der fremde Wandersmann

und füllte meinen Becher und sah mich wieder an.

Hei, was die Becher klangen!

Wie brannte Hand in Hand! Wie brannte Hand in Hand!

„Es lebe die Liebste deine, Herzbruder, Herzbruder, im Vaterland!“

Lorelei

Dichter: Heinrich Heine

Komponist: Friedrich Silcher

Lorelei


1. Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, das ich so traurig bin;

ein Märchen aus alten Zeiten, daß kommt mir nicht aus dem Sinn.

Die Luft ist kühl und es dunkelt, und ruhig fließt der Rhein;

der Gipfel des Berges funkelt im Abendsonnenschein.

2. Die schönste Jungfrau sitzet dort oben wunderbar,

ihr goldnes Geschmeide blitzet, sie kämmt ihr goldenes Haar;

sie kämmt es mit goldenem Kamme und singt ein Lied dabei,

das hat eine wundersame, gewaltige Melodei.

3. Dem Schiffer im kleinem Schiffe ergreift es mit wildem Weh;

er schaut nicht die Felsenriffe, er schaut nur hinauf in die Höh.

Ich glaube, die Wellen verschlingen am Ende Schiffer und Kahn;

und das hat mit ihrem Singen die Lorelei getan.

Frühlingsgruß – So sei gegrüßt

Dichter: August Heinrich Hoffmann v. Fallersleben

Komponist: Robert Schumann

Frühlingsgruß


1. So sei gegrüßt viel tausendmal, holder holder Frühling!

Willkommen hier in unserm Tal, holder holder Frühling!

Holder Frühling, überall grüßen wir dich froh,

mit Sang und Schall, mit Sang und Schall!

2. Du kommst und froh ist alle Welt, holder, holder Frühling!

Es freut sich Wiese Wald und Feld, holder, holder Frühling!

Jubel tönt dir überall, dich begrüßen Lerch’

und Nachtigall, und Nachtigall.

3. So sei gegrüßt viel tausendmal, holder holder Frühling!

O bleib’ recht lang in unserm Tal, holder, holder Frühling!

Kehr’ in alle Herzen ein, laß doch alle mit

uns fröhlich sein, recht fröhlich sein.

Bundeslied

Dichter: unbekannt

Komponist: Wolfgang Amadeus Mozart

Bundeslied


1. Brüder reicht die Hand zum Bunde! Diese schöne Feierstunde

führ’ uns hin zu lichten Höhn! Laßt, was irdisch ist, entfliehen!

Unsrer Freundschaft Harmonien

Ι: dauern ewig fest und schön! :Ι

2. Preis und Dank dem Weltenmeister, der die Herzen, der die Geister

für ein ewig Wirken schuf! Licht und Recht und Tugend schaffen

durch der Wahrheit heilge Waffen,

Ι: sei uns göttlicher Beruf. :Ι

3. Ihr, auf diesem Stern die Besten, Menschen all’ im Ost und Westen,

wie im Süden und im Nord! Wahrheit suchen, Tugend üben,

Gott und Menschen herzlich lieben,

Ι:das sei unser Losungswort! :Ι

Der Lindenbaum

Dichter: Wilhelm Müller

Komponist: Volksweise von Fr. Schubert

Der Lindenbaum


1. Am Brunnen vor dem Tore da steht ein Lindenbaum,

ich träumt’ in seinem Schatten so manchen süßen Traum;

ich schnitt in seine Rinde so manches liebe Wort;

es zog in Freud’ und Leide zu ihm mich immer fort,

zu ihm mich immer fort.

2. Ich mußt’ auch heute wandern vorbei in tiefer Nacht,

da hab ich noch im Dunkel die Augen zugemacht;

und seine Zweige rauschten, als riefen sie mir zu:

Komm her zu mir, Geselle, hier find’st du deine Ruh’,

hier find’st du deine Ruh’.

3. Die kalten Winde bliesen mir grad’ ins Angesicht,

der Hut flog mir vom Kopfe, ich wendete mich nicht.

Nun bin ich manche Stunde entfernt von jenem Ort,

und immer hör ich’s rauschen: Du fändest Ruhe dort,

du fändest Ruhe dort

Die Gedanken sind frei

Dichter: ………..

Komponist: Volkslied

Die Gedanken sind frei

1. Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten,

sie fliehen vorbei wie nächtliche Schatten.

Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger sie schießen.

Es bleibet dabei: Die Gedanken sind frei!

2. Ich denke, was ich will und was mich beglücket,

doch alles in der Still’ und wie es sich schicket.

Mein Wunsch und Begehren kann niemand verwehren;

es bleibet dabei: Die Gedanken sind frei!

3. Und sperrt man mich ein in finstere Kerker,

das alles sind rein vergebliche Werke;

denn meine Gedanken zerreißen die Schranken

und Mauern entzwei: Die Gedanken sind frei!

4. Drum will ich auf immer den Sorgen entsagen

und will mich auch nimmer mit Grillen mehr plagen.

Man kann ja im Herzen stets lachen und scherzen

und denken dabei: Die Gedanken sind frei!

5. Ich liebe den Wein, mein Mädchen vor allen;

sie tut mir allein am liebsten gefallen.

Ich bin nicht alleine bei meinem Glas Weine,

mein Mädchen ist dabei: Die Gedanken sind frei!

Das Lied – Wie ein stolzer Adler

Dichter: H. Schütz

Komponist: Ludwig Spohr

Das Lied

1. Wie ein stolzer Adler schwingt sich auf das Lied,

daß es froh die Seele auf zum Himmel zieht,

Ι: weckt in unsrer Brust hohe heil’ge Lust,weckt in unsrer Brust hohe heil’ge Lust. :Ι

2. Was der tiefsten Seele je Erquickung beut,

alles Große Edle, Treu’ und Einigkeit,

Ι: Lieb’ und Tatendrang wecket der Gesang, Lieb’ und Tatendrang wecket der Gesang. :Ι

3. Alles Zarte , Schöne, was die Brust bewegt,

alles göttlich Hohe, das zum Himmel trägt:

Ι: Alles das erblüht freudig aus dem Lied, das, ja das erblüht freudig aus dem Lied.. :Ι

Schifferlied – Es löscht das Meer

Dichter: …………………..

Komponist: Friedrich Silcher

Schifferlied

1. Es löscht das Meer die Sonne aus, kühlendes Mondlicht ist erwacht;

der goldne Adler läßt sein Haus müde dem Silberschwan der Nacht.

Flüsternd am Kahne glitzt der Brandung Lauf, leise der Wind die Saiten rührt;

Die Liebe zieht ihr Segel auf, Sehnsucht das Ruder sicher führt.

2. Nun ruh’ an meinem Herzen still, sicher auf schwanker Wellen Flur;

ein Schlummerlied dir singen will rauschend die wogende Natur.

Küssend der Welle Nacken streift der Wind, Liebchen, so laß die Wange mir

und träume, daß dein Schifflein lind ich durch das ganze Leben führ’.

3. Wie wiegt sich sanft der leichte Kahn, Liebchen, mit deiner süßen Last;

als Muschel zieht er seine Bahn, die einer Perle Kleinod faßt.

Ach, daß mein Arm die traute Schale wär’, die dich umschlöße alle Zeit!

Mit meinem Ruder spielt das Meer, Liebchen, mein Arm ist dir bereit.

Untreue – In einem kühlen Grunde

Dichter: Joseph von Eichendorf

Komponist: Friedrich Glück

Untreue

1. In einem kühlen Grunde, da geht ein Mühlenrad,

Ι: Mein Liebchen ist verschwunden, das dort gewohnet hat. :Ι

2. Sie hat mir Treu’ versprochen, gab mir ein’n Ring dabei,

Ι: sie hat die Treu’ gebrochen, das Ringlein sprang entzwei. :Ι

3. Ich möcht’ als Spielmann reisen weit in die Welt hinaus

Ι: und singen meine Weisen und gehn von Haus zu Haus. :Ι

4. Ich möcht’ als Reiter fliegen wohl in die blut’ge Schlacht,

Ι: um stille Feuer liegen im Feld bei dunkler Nacht. :Ι

5. Hör’ ich das Mühlrad gehen, ich weiß nicht was ich will;

Ι: ich möcht’ am liebsten sterben, da wär’s auf einmal still. :Ι