Frisch gesungen

Dichter: A. v. Chamisso

Komponist: Fr. Silcher

Frisch gesungen!

1. Hab oft im Kreise der Lieben im duftigen Grase geruht,

und mir ein Liedlein gesungen, und alles war hübsch und gut,

und mir ein Liedlein gesungen, und alles war hübsch und gut,

und alles, alles, und alles war hübsch und gut.

2. Hab einsam auch mich gehärmet in bangen, düsterem Mut,

und habe wieder gesungen, und alles war wieder gut,

und habe wieder gesungen, und alles war wieder gut,

und alles, alles, und alles war wieder gut.

3. Und manches was ich erfahren, verkocht ich in stiller Wut,

und kam ich wieder zu singen, war alles auch wieder gut,

und kam ich wieder zu singen, war alles auch wieder gut,

war alles, alles, und alles auch wieder gut.

4. Sollst uns nicht lange klagen, was alles dir wehe tut.

Nur frisch, nur frisch gesungen, und alles wird wieder gut,

nur frisch, nur frisch gesungen, und alles wird wieder gut,

und alles, alles, und alles wird wieder gut.

Wohin mit der Freud?

Dichter: Robert Reinick

Komponist: Fr. Silcher

Wohin mit der Freud?


1. Ach du klar blauer Himmel, und wie schön bist du heut!

Möcht ans Herz gleich dich Drücken vor Jubel und Freud!

Aber s’geht doch nicht an, denn du bist mir zu weit,

und mit all meiner Freud, was fang ich doch an?

2. Ach du lichtgrüne Welt, und wie strahlst du voll Lust!

Und ich möcht mich gleich werfen dir vor Lieb an die Brust!

Aber s’geht doch nicht an, und das ist ja mein Leid,

und mit all meiner Freud, was fang ich doch an?

3. Und da sah ich mein Lieb unterm Lindenbaum stehn,

war so klar wie der Himmel, wie die Erde so schön!

Und wir küßten uns beid‘, und wir sangen vor Lust,

und da hab ich gewußt, wohin mit der Freud

Das Lieben bringt groß Freud

Dichter: Schwäbisches Volkslied

Komponist: Friedrich Silcher

Das Lieben bringt groß Freud


1. Das Lieben bringt groß Freud, das wissen alle Leut.

Weiß mir ein schwarzbraun Mägdelein mit zwei schwarzbrauenen Äugelein,

das mir, das mir, das mir mein Herz erfreut.

2. Sie hat schwarz braune Haar, dazu zwei Äuglein klar,

ihr sanfter Blick, ihr Zuckermund hat mir das Herz im Leib verwundt.

hat mir, hat mir, hat mir das Herz verwundt.

3. Ein Brieflein schrieb sie mir, ich soll treu bleiben ihr.

Drauf schickt ich ihr ein Sträußelein von Rosmarin und Nägelein,

sie soll, sie soll, sie soll mein eigen sein.

4. Mein eigen soll sie sein, kein’m andern mehr als mein.

So leben wir in Freund und Leid, bis Gott der Herr uns beide scheidt.

Ade, Ade, Ade mein Schatz, leb wohl.

In der Ferne

Dichter: Albert Graf Schlippenbach

Komponist: Friedrich Silcher

In der Ferne


1. Nun leb’ wohl, du kleine Gasse, nun ade, du stilles Dach!

Vater, Mutter sahn mir traurig, und die Liebste sah mir nach,

und die Liebste sah mir nach.

2. Hier in weiter, weiter Ferne, wie’s mich nach der Heimat zieht!

Lustig singen die Gesellen, doch es ist ein falsches Lied,

doch es ist ein falsches Lied.

3. Andre Städtchen kommen freilich, andre Mädchen zu Gesicht!

Ach, wohl sind es andre Mädchen, doch die Eine ist es nicht,

doch die Eine ist es nicht.

4. Andre Städtchen, andre Mädchen, ich da mitten drin so stumm!

Andre Mädchen, andre Städtchen, o wie gerne kehrt’ ich um,

o wie gerne kehrt’ ich um!

Lorelei

Dichter: Heinrich Heine

Komponist: Friedrich Silcher

Lorelei


1. Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, das ich so traurig bin;

ein Märchen aus alten Zeiten, daß kommt mir nicht aus dem Sinn.

Die Luft ist kühl und es dunkelt, und ruhig fließt der Rhein;

der Gipfel des Berges funkelt im Abendsonnenschein.

2. Die schönste Jungfrau sitzet dort oben wunderbar,

ihr goldnes Geschmeide blitzet, sie kämmt ihr goldenes Haar;

sie kämmt es mit goldenem Kamme und singt ein Lied dabei,

das hat eine wundersame, gewaltige Melodei.

3. Dem Schiffer im kleinem Schiffe ergreift es mit wildem Weh;

er schaut nicht die Felsenriffe, er schaut nur hinauf in die Höh.

Ich glaube, die Wellen verschlingen am Ende Schiffer und Kahn;

und das hat mit ihrem Singen die Lorelei getan.

Schifferlied – Es löscht das Meer

Dichter: …………………..

Komponist: Friedrich Silcher

Schifferlied

1. Es löscht das Meer die Sonne aus, kühlendes Mondlicht ist erwacht;

der goldne Adler läßt sein Haus müde dem Silberschwan der Nacht.

Flüsternd am Kahne glitzt der Brandung Lauf, leise der Wind die Saiten rührt;

Die Liebe zieht ihr Segel auf, Sehnsucht das Ruder sicher führt.

2. Nun ruh’ an meinem Herzen still, sicher auf schwanker Wellen Flur;

ein Schlummerlied dir singen will rauschend die wogende Natur.

Küssend der Welle Nacken streift der Wind, Liebchen, so laß die Wange mir

und träume, daß dein Schifflein lind ich durch das ganze Leben führ’.

3. Wie wiegt sich sanft der leichte Kahn, Liebchen, mit deiner süßen Last;

als Muschel zieht er seine Bahn, die einer Perle Kleinod faßt.

Ach, daß mein Arm die traute Schale wär’, die dich umschlöße alle Zeit!

Mit meinem Ruder spielt das Meer, Liebchen, mein Arm ist dir bereit.